BaMS

BaMS Symposium 2020

Die Projektleiterinnen und Projektleiter bzw. ihre Stellvertreter/innen der ersten sieben BaMS-Forschungsprojekte während des BaMS Symposium 2020. v.l.n.r., hintere Reihe: Carsten Schulz (CAU, BaMS-KOORD), Thomas Schweder (Universität Gerifswald, BALI), Martina Mühl (CRM, HaFF), Elke Böhme (Fraunhofer EMB, LaMuOpt), Sascha Hermus (3N, ÖkoPro), Norbert Reintjes (TH Lübeck, AQUATOR, stellvertretend für Peter Krost, CRM), Tom Goldammer (FBN, BioFiA), vordere Reihe: Stefan Meyer (CAU, BaMS-KOORD), Mirko Bögner (AWI, OptiRAS). Nicht im Bild: Rüdiger Schulz (CAU, BaMS-KOORD), Peter Hessbrüggen (CAU, SmartBlue).

Symposium beleuchtet Wachstumschancen für nachhaltige biobasierte Wirtschaft

Erstes Symposium „Blaue Bioökonomie in Norddeutschland“ an der Kieler Universität mit mehr als 100 Teilnehmenden aus Wissenschaft, Industrie, Politik und Verbänden

Am 3. und 4. März trafen sich auf Einladung der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) und des neu gegründeten Vereins ‚Bioökonomie auf Marinen Standorten e.V.‘ mehr als 100 Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Industrie, Politik und Verbänden, um sich über neue Verfahren und Projekte für das Wachstumsfeld der biobasierten und nachhaltigen blauen Wirtschaft auszutauschen. Unter dem Schlagwort „Blaue Bioökonomie“ sollen zukünftig auf Grundlage natürlicher Ressourcen aus dem Meer wie Algen, Fische oder Muscheln verstärkt aquatische Kreislaufwirtschaften und neue Verfahren entwickelt werden, die auf nachwachsende marine Rohstoffe setzen und so den gesellschaftlichen Wandel hin zu mehr Nachhaltigkeit und Klimaneutralität unterstützen. Dazu werden ebenso Nährstoffe aus Oberflächen- und Küstengewässern genutzt wie aus Industrie und Landwirtschaft. Biologische Rohstoffe aus dem Meer können in Medizin, Kosmetik, Ernährungs- und Futterindustrie eingesetzt werden, finden sich aber auch zunehmend in Gebrauchsgegenständen und Produkten des Alltags.

Ziel des ersten Kieler Symposiums zur blauen Bioökonomie ist es, geeignete Modellstandorte für größere Verbünde zu identifizieren, Industriepartner mit ins Boot zu holen und über neue Forschungsprojekte zu diskutieren. „Die norddeutschen Bundesländer, allen voran Schleswig-Holstein, haben ein großes Potenzial, eine Schlüsselrolle im Bereich der blauen Bioökonomie zu spielen. Sowohl in der Forschung als auch auf Unternehmensseite gibt es bundesweit einmaliges Know-how zum Beispiel für die Produktion von Algen oder die Herstellung von alternativen Futtermitteln in der Aquakultur, das weiter ausgeschöpft werden kann. Wir wollen interessierte Personen, Forschende und Wirtschaftsfachleute aus unterschiedlichen Bereichen, zusammenzubringen und neue Forschungs- und Entwicklungsprojekte anstoßen,“ sagte Carsten Schulz, einer der verantwortlichen Organisatoren des Symposiums und Professor für marine Aquakultur an der Agrar- und Ernährungswissenschaftlichen Fakultät.

Vor rund einem Jahr hatte das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) das mit 20 Millionen Euro geförderte und von der Kieler Universität koordinierte Projekt „Bioökonomie auf Marinen Standorten (BaMS) bewilligt. Inzwischen haben bereits acht Verbundprojekte in BaMS ihre Arbeit aufgenommen und beschäftigen sich etwa mit der Optimierung von Haltungsbedingungen für Fische in Aquakulturanlagen oder mit der nachhaltigen Nutzung regional produzierter Algen für die kosmetische und pharmazeutische Industrie. Weitere Partner erproben wie sich Fischfutter aus Algenmaische herstellen oder neuartige Wasserreinigungsanlagen mithilfe von Mikroalgen entwickeln lassen. Im Herbst 2020 sollen neue Konsortien folgen, die im Rahmen des BMBF-Projektes „Bioökonomie auf Marinen Standorten“ gefördert werden. Noch bis Ende Mai 2020 können Skizzen eingereicht werden. Im Frühjahr 2021 sollen die neuen Vorhaben dann starten. „Es geht uns vor allem darum, Synergien von Unternehmen und Experten so zu fördern, dass ganzheitliche und gleichzeitig nachhaltige Systeme entstehen, die auch in einer Region verwurzelt sind. Das Symposium ist daher auch der Startschuss für ein neues Netzwerk von Interessenten aus allen Bereichen der Blauen Bioökonomie,“ fasste Dr. Stefan Meyer, Koordinator des Projektes „Bioökonomie auf Marinen Standorten“ an der Uni Kiel das Ziel des norddeutschen Branchentreffens zusammen.

Das zweitägige Symposium begann mit einer Mitgliederversammlung des im September 2019 neu gegründeten gemeinnützigen Vereins Bioökonomie auf Marinen Standorten e.V., der für die Abwicklung der Projekte und die Unterstützung von Kooperationen verantwortlich ist. Danach stellten Projektpartner die acht Verbundprojekte in BaMS vor. Am zweiten Tag (4. März) folgten dann Impulsreferate und Workshops zur besseren Vernetzung der Akteure. Begrüßt wurden die Teilnehmenden von Dietmar Walter vom Referat für Nachhaltiges Wirtschaften und Bioökonomie im Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung (BMBF) in Berlin. Erst kürzlich hatte Bildungsministerin Anja Karliczek die Bioökonomie-Strategie des Bundes vorgestellt und dabei auf die besondere Bedeutung der blauen Bioökonomie, von biobasierten Prozessen aus Meeresprodukten wie Algen oder Muscheln hingewiesen.

Das Projekt „Bioökonomie auf Marinen Standorten“ wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) über fünf Jahre mit bis zu 20 Millionen Euro gefördert. Ziel ist es, einen Innovationsraum Norddeutschland für die Blaue Bioökonomie zu entwickeln, der neue Verfahren und nachhaltige Konzepte fördert für eine umfassende Kreislaufwirtschaft, die marine biologische Ressourcen wie Fische, Muscheln oder Algen einschließen.
Das Projekt „Bioökonomie auf Marinen Standorten“ stärkt darüber hinaus den universitären Forschungsschwerpunkt Kiel Marine Science (KMS) an der Kieler Universität. Kiel Marine Science (KMS) bildet das Dach für natur- und gesellschaftswissenschaftliche Ozean- und Klimaforschung an sieben Fakultäten und fördert die fachübergreifende Auseinandersetzung mit meereswissenschaftlichen Themen. www.kms.uni-kiel.de

Intro-Vortrag von Dr. S. Meyer, BaMS-Koordinator:

LINK zu den FOLIEN

Links

http://www.blaue-biooekonomie.de Blaue Bioökonomie Portal, betrieben von der CAU & BaMS
https://www.bams.uni-kiel.de (über BaMS)
https://www.bams.uni-kiel.de/de/termine/bams-symposium-2020
www.uni-kiel.de/de/universitaet/detailansicht/news/109-biooekonomie
http://www.agrar.uni-kiel.de/de (Agrar- und Ernährungswissenschaftliche Fakultät)
www.kms.uni-kiel.de (Über Kiel Marine Science)

Kontakt

Dr. Stefan Meyer
Projektbüro „Bioökonomie auf Marinen Standorten“
smeyer@bams.uni-kiel.de
Telefon: 0431-880-2588

Pressekontakt

Friederike Balzereit
Wissenschaftskommunikation
Kiel Marine Science (KMS), CAU Kiel
Telefon: 0431-880-3032
fbalzereit@uv.uni-kiel.de

Dr. Doreen Saggau
Öffentlichkeitsarbeit & wissenschaftliche Kommunikation
Agrar- und Ernährungswissenschaftliche Fakultät
Telefon: 0431-880-7126
dsaggau@agrar.uni-kiel.de

 


  • Gefördert vom BMBF